Samstag, 9. Januar 2016

Blütenzauber oder "Der Garten meiner Mutter"


Wir hatten ein Haus mit einem großen Gemüsegarten, der die Familie gut ernährte. Kartoffeln, Bohnen, verschiedene Kohlsorten, darunter Grünkohl und Rosenkohl, die auch im Winter eine Ernte ermöglichten. Kohrabi - mein Lieblingsgemüse, das mein Vater für mich direkt aus der Erde erntete und schälte - schwupp - war der Kohlrabi schon aufgeknabbert, herrlich saftig, knackig und sooo lecker. Rote Bete, Möhren, Salat und Radieschen, Porree, Zwiebeln, Gurken und Dill, Petersilie und Schnittlauch, Erbsen und und und.

So bin ich sommers sehr früh, oft schon, wenn mein Vater von der Nachtschicht nach Haus kam, um sechs Uhr in den Garten gelaufen, half, die Pflanzen zu gießen, Unkraut zu zupfen - Greiskraut und Gänsedistel, Franzosenkraut und Ackerkratzdistel und anderes kleines und großes Kraut, das dem Gemüse Nährstoffe aus dem Boden streitig machte.








Ein kleines Areal von etwa 4-5 Quadratmetern Größe blieb für einen Blumengarten, der in die Zuständigkeit meiner Mutter fiel. Gerne erinnere ich mich an die schönen Farben: gelbe und blaue Schwertlilien, bunte Löwenmäulchen, herrlich duftende Wicken, die Kerzen der Lupinen in rot und rosa, gelb und blau, eine gelbe Rose, natürlich Ringelblumen, rote Bartnelken, orangefarbene Studentenblumen.



Eine Pflanze hat mich damals besonders fasziniert, von der ich erst seit wenigen Jahren weiß, wie sie heißt: Eschscholzia californica, Kalifornischer Mohn, kalifornischer Kappenmohn oder das Schlafmützchen. 

Mit dem Mohn hat es eine Bewandnis: Die Knospe dieses Mohns wird von einer Blütenhülle aus zwei Kelchblättern geschützt, die wie eine Schlafmütze aussieht. Diese Hülle fällt ab und die Blütenblätter entfalten sich.
Als Kind war ich der festen Überzeugung, dass die Blüten nicht aufgehen könnten, wenn ich ihnen nicht das Schlafmützchen abnähme.
  
Das Wichtigste also am Morgen? 
Ich befreite die Mohnblüten von ihrer Kappe. Ich weckte sie aus ihrem Zauberschlaf. Jede einzelne Blüte musste geprüft werden, ob das Mützchen schon lose ist, bei manchen half ich auch etwas nach. 
Dann freute ich mich, dass für heute der Mohn aufblühen konnte.
Mein Tagwerk war getan! 

Als ich älter wurde und andere Dinge wichtiger wurden, lösten meine jüngeren Schwestern mich in dieser bedeutsamen Aufgabe ab. 




Ohne diese bedeutende Arbeit am Morgen 
wäre die Welt nur halb so bunt gewesen. 

Bestimmt!  


ICH BLEIBE NEUGIERIG

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Blogparade von Kistengün

Eispark


Bremen, Samstagmorgen, 9.00 Uhr.
Es hat gefroren heut nacht. 
Die Autoscheiben sind voller Eisblumen.




Das kenn ich nur noch aus den Zeiten, als es keine Heizungen gab, da gefror die Feuchtigkeit aus den Zimmern an den Fensterscheiben. 










Die Kristalle sind herrlich bizarr gewachsen.

Ich liebe Eisblumen!

Ich bleibe neugierig ...

Dienstag, 5. Januar 2016

Obereversand im Sonnenuntergang


Am Neujahrstag 2016 bin ich in Dorum Neufeld gewesen. Der Himmel war blau und ich hatte Lust, mir die Seeluft um die Nase wehen zu lassen. Ruhig war es nicht, ich hab einen der letzten Parkplätze gefunden ... Aber die Stimmung war gelassen,  Urlauber aus dem ganzen Bundesgebiet und der Schweiz, erkennbar an den Autokennzeichen und der Dialekte, genossen wie ich die milden Temperaturen und die leichte Brise.

Der Leuchtturm Obereversand
diente in der Wesermündung zur Peilung der Fahrrinne. Nach Außerdienststellung wurde er abgebaut und in Dorum Neufeld im Kutterhafen wieder aufgebaut. Er beherbergt jetzt ein Museum und kann besichtigt werden. Von oben hat man einen wundervollen Blick in die Wesermündung.



Über die Außentreppe gelangt man in den Leuchtturm. Im Turm selbst gibt es keinen Fahrstuhl - es ist ja nicht das Empire State Building ...


Es war grad Ebbe



Watt im 
Sonnenuntergang




Möwenhinterlassenschaften?
Fischbrötchenbestandteile?


Schön war es.

Ich bleibe neugierig.

Montag, 30. November 2015

Goldener Herbst im Rhododendronpark oder FRIEDEN IST DER WEG



Die Jahreszeit, in der die Rhododendren ausgeblüht haben, finde ich sehr spannend. 
Das Augenmerk wird auf Anderes gelenkt.

Blätter sind nass vom Regen in der Nacht vorher.
Chinesischer Blumen-Hartriegel
Cornus cousa var. China Girl
Ich gehe durch den hinteren Teil des Parks, dort beherrschen alte Buchen und Eichen das Bild. Doch es gibt auch neuere Pflanzungen, zum Teil sind diese gespendet, und der Name der Spender und der Pflanze lese ich auf einer Tafel.
 Scharlach-Eiche
Quercus coccinea 'Splendens'
 Sumpf-Eiche
Quercus palustris
 Zerr-Eiche
Quercus cerris
Acer grosseri
Dieser Ahorn besticht mich durch eine wundervolle Rindenstruktur 
und eine reduzierte Blattzähnung
 Auch der 
Trompetenbaum oder Bohnenbaum, Catalpa,
mit seinen großen Blättern zeigt seine Rinde bereitwillig. Und ist bewachsen von Moosen und Flechten.
Einfach mal abhängen ...

 PILZE
Ein Stamm einer toten Eiche steht einzeln. Zu sehen ist das bräunliche Mycel (Rhizoiden) eines Hallimasch, das unter der Rinde eines Baumes entlangkriecht und einen Baum in wenigen Jahren zerstören kann.
Es gibt mehrere Bestände des
 Halskrausenerdsterns
der sonst eher selten ist. Beim Drauftippen entweicht - phfuh! - eine Wolke von Sporen, wie ich es auch von Bovisten kenne.

Eine Brücke
Gut gesichert

Ich bleibe neugierig